Kirchspiel Drolshagen: Mucher Pilger wurden um 3:55 Uhr mit Glockengeläut begrüßt

Drolshagen. Seit dem 1.März wohnen wir nun schon hier im Stadtkern, direkt im Einzugsbereich der St. Clemens Kirche. Was von Anfang an schwer nervt ist das ständige Glockengeläut. Es fällt schon Anrufern auf, dass ich immer irgendein Gebimmel im Hintergrund habe.

Die haben definitiv einen an der Klatsche hier

Ich bin ja ein Freund, wenn es um Tradition und vor allem Glaubensfragen geht. Aber hin und wieder sollte man auch mal manche Dinge mit gesundem Menschenverstand betrachten:

NACHTS UM 3:55 UHR GLOCKENLÄUTEN IST WAHNSINN

Wenn die Stadt brennt, oder irgendeine Katastrophe ansteht , dann sehe ich es ja ein, dass die Allgemeinheit dafür auch aufgeweckt werden sollte, aber hier wird sogar nachts 2 Minuten vollgas gebimmelt, wenn Pilger durch den Ort ziehen. Respekt hin, oder her – sowas ist mit normalen Menschenverstand nicht hinnehmbar. Liebes Kirchspiel – es reicht doch auch ein kleines Glöckchen – es muss ja nicht der dickste Ghettoblaster im Turm sein, oder? Mir persönlich ist es egal, ob es schon seit 30 Jahren so gemacht wird.

Trotzdem wünsche ich den Mucher Pilgern eine gute Pilgerung und einen gesegneten Weg nach Werl. Und kann die Beteiligten nur um Verständnis bitten, dass es auch anders denkende Menschen gibt. Das mit der “Klatsche” sollte Umgangssprachlich betrachtet werden. Es soll keine Beleidigung darstellen, sondern einfach nur in einem Satz meinen Frust wiedergeben …

3 Antworten zu Kirchspiel Drolshagen: Mucher Pilger wurden um 3:55 Uhr mit Glockengeläut begrüßt

  1. Na, Oli, da hat´s Dich aber aus dem Schlaf gedröhnt. Hast Dich selten so missmutig geäußert.
    Sicher kam das mit der “Klatsche” bei einigen Leuten nicht so gut rüber.
    Allerding verstehe ich unter Tradition sich wiederholende Vorgänge, die auch jeder kennt und im Lauf der Zeit verinnerlicht hat.
    Wenn man da plötzlich mitten in der Nacht derart knallhart aus dem Schlaf gerissen wird, könnte man ja fast an die Warnung vor einem Nuklear-Angriff denken.
    Sirenen, Rundfunk, TV, Handys und auch Glocken.
    Bei allem Respekt vor religiösen Gebräuchen steht doch sicher auch das gesetzliche Recht auf unversehrte Nachtruhe auf dem Plan, und darüber sollten sich auch die Vertreter der Geistlichkeit im Klaren sein.
    Vieles kann, muss aber nicht zwingend sein …

    • Hi Jürgen,

      vielen Dank für Deinen seelischen Beistand (passt hier ja beim Thema). Es ist ja immer eine Frage der Ansichtsperspektive. Für manche Menschen, die sich mit der “Klatsche” auf die Füße getreten fühlen – glauben ja auch, das ich einen an der Klatsche habe, weil ich den ganzen Tag im Internet unterwegs bin ;-) – und nur, weil sie meinen Beruf nicht verstehen. Vielleicht verstehe ich ja auch einfach nicht, wie wichtig es ist die Glocken lautstark zu bimmeln. Ich, als Protestant, habe glaubensbedingt eine andere Vorstellung, wenn es um anachronistische Rituale gibt. Für meine Gespräche mit Gott habe ich bisher weder den großen Gong, noch ein Megafon gebraucht. Aber jedem das Seine! Ich gönn ja jedem seine Passion – aber bitte nicht Nachts um 3:55 Uhr – da erwarte ich Verständnis, dass man da auch mal sauer reagiert.

  2. Ich verstehe das sehr gut.
    Meine Kritik galt auch nicht Dir.
    Es gibt immer einige “Denker”, die das, was sie serviert bekommen, als “normal” annehmen. Unsereins, als Journalist oder auch Redakteur, wird ausschließlich bei positiver Berichterstattung in höchsten Tönen gelobt. Anderenfalls heißt es doch im Volks-Jargon: “Scheiß Presse”. Das geht ja so weit, dass Leute aus allernächster Verwandt- oder Nachbarschaft uns Journalisten unter (versteckter) Androhung von Repressalien vorgeben wollen, wie eine Berichterstattung auszudehen hat bzw. diese untersagen möchten.
    Wir leben in einem Land, das DEMOKRATIE groß schreibt, und deshalb können und dürfen wir uns den Mund nicht verbieten lassen. Auch wenn es für Andersdenkende nicht gerade angenehm erscheint. “Die Kirche im Dorf lassen” mag für die unterschiedlichsten Interessengemeinschaften ein Klausus sein, der mit ein wenig Hoffnung auf Verständnis eine Art gemeinsamen Nenners darstellen könnte.
    Doch wer glaubt, wie jemand schrieb, sich an lautstarkes, nächtliches Glockengeläut nach einjähriger Pause bis zur Wiederholung gewöhnen zu können, so dass man den “Klirrfaktor” nicht mehr wahrnimmt, sollte sich, bei allem Respekt, eines besseren belehren lassen.
    Glockenklang JA, Ruhestörung NEIN

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